Das babylonische Wörterbuch: Man muss ein Kenner sein, um einen Großen zu erkennen

Veröffentlicht von Michael Taube am

Ein Erzählband in dem alles auf den Kopf gestellt wird und sogar die Bergpredikt vom Teufel gehalten wird, muss einen dem katharischen Glaube nahe stehenden Menschen gefallen. Darum griff ich zu.

De Assis erzählt in einem schmalen Büchlein sonderbare Geschichten. Er erzählt sie in langen Sätzen, die komisch konstruiert sind. Ich kann oft den Sätzen nicht folgen. Trotzdem scheinen die Geschichten spannend zu sein sogar lehrreich. Anders kann ich mir die Kritiken nicht vorstellen.

»Ein klug ausgewählter Strauß von Erzählungen des ›Vaters der brasilianischen Literatur‹: phantastische, parabelhafte, dialektische, philosophierende aber auch sozialkritische Geschichten von bestechender stilistischer Vielfalt und Leichtigkeit.«, so applaudiert die SWR Bestenliste aktuell und Eberhard Flacke von Bayern2Radio weiß zu berichten, dass »Mit glänzendem Einfallsreichtum, der diese Erzählungen durchweg auszeichnet, wird hier um das Geschlechterthema ein köstliches Gedankentheater in fernöstlicher Kulisse inszeniert. Eine Susan Sonntag bezeichnet de Assis sogar als den «großartigste(n) lateinamerikanische(n) Autor aller Zeiten.»

Ihr merkt schon, ich habe diesmal gar keine eigene Meinung. Darum lasse ich diese hier für sich sprechen: » … Nicht zuletzt der Übersetzerin Marianne Gareis ist zu verdanken, dass wir wenigen Eingeweihten uns damit vergnügen können.« (Süddeutsche Zeitung, Tobias Lehmkuhl).

Mein Fazit: Ich bin kein Eingeweihter und erstrecht Kenner von Literatur. Ich lese, weil es mir Spaß macht, weil ich mich in Geschichten versenken will. Vermutlich sind deshalb Kurzgeschichten nicht mein Ding.

S. Warum habe ich die Katharer erwähnt? Sie hingen einem dualistischem Glauben an und glaubten, alles auf der Welt stammt vom Teufel. Ob das für Autoren und für Literaturk

ritiker auch gilt?

Über den Autor:

Joaquim Maria Machado de Assis (1839–1908) wurde in Rio de Janeiro geboren. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, arbeitete er als Journalist und im Staatsdienst. Sein vielseitiges literarisches Werk umfasst Lyrik, Theaterstücke, über 200 Erz

ählungen und 9 Romane, darunter «Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas» und «Dom Casmurro». Er war Mitbegründer und erster Präsident der Brasilianischen Akademie für Sprache und Dichtung.

Aus dem Klappentext:

Was wäre geschehen, hätte nicht Jesus die Bergpredigt gehalten, sondern der Teufel? Was, wenn Männer und Frauen ihre Seelen und Rollen tauschten? Joaquim Maria Machado de Assis, berühmtester Klassiker Brasiliens und Vorbote des Magischen Realismus, stellt in seinen Erzählungen ironisch alle Konventionen auf den Kopf. Lustvoll spielt er mit den Erwartungen seiner Leser und lotet Grenzen aus: von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn, bürgerlichem Schein und Sein. Dieser Auswahlband versammelt Machado de Assis’ beste Geschichten – allesamt Neu- und deutsche Erstübersetzungen – zu einem Panorama kompromissloser Originalität.

Das babylonische Wörterbuch

Verlag: Manesse

Seitenzahl: 245

Erstausgabe: 23.04.2018

ISBN-13: 9783717524229

Preis: 20,00 € (gebundene Ausgabe)