Rezension des Romans von Lisa McAbbey: Die Eroberung des Normannen

In den letzten Tagen habe ich das Buch „Die Eroberung des Normannen“ von Lisa McAbbey gelesen. Im Mittelpunkt dieses historischen Romans stehen der normannische Sheriff von Cumbria Tancreid de Grande-Île und die cumbrische Heilerin Cwenburh inghean Dolfinn. Der Schauplatz ist das im Nordwesten Englands liegende Cumbria im Jahre 1092-93.

Die Autoren lebt in Wien, ist 1970 geboren und ist für einen internationalen Konzern tätig. Romaneschreiben ist ein Hobby für sie. Dieses Buch ist ihr zweites Werk.

Cumbria liegt im nordwestlichen Teil Englands. Es ist eine unwirtliche und raue Gegend, geprägt von Bergen, Wälder und Seen. Der Landstrich wurde 1082 von den Normannen unter dem englischen König Wilhelm erobert. Damals gehörte dieser Teil der britischen Insel noch zu Schottland. Ziel des Feldzuges war es einen Puffer zum schottischen Feind zu schaffen.

Mit dem Feldzug kommt auch Tancreid nach Cumbria. Tancreid ist ein normannischer Ritter, der für seine Verdienste im Kampf zum Sheriff von Cumbria ernannt wird. Er lebt fortan in Carlisle. Dort begegnet er Cwenburh.

Cwenburh, die von einer weisen Frau zur Heilerin ausgebildet wird, ist die jüngste Tochter des vertriebenen Fürsten Dolfinn. Weil der Vater auf Grund der verlorenen Schlacht nach Schottland flüchten muss, rotten sich die Brüder zusammen. Sie wollen Cumbria von den Normannen befreien und schleusen ihre Schwester als Schreiberin an den Hof des Sheriffs ein.

Vor diesem Hintergrund entspannt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Feinden.

Der Roman „Die Eroberung des Normannen“ von Lisa McAbbey, entführt mich in eine turbulente Zeit des Mittelalters, die von Umbruch und Unsicherheit geprägt ist. Alte Ordnungen stehen neuen gegenüber. Es stellt sich die Frage, welche sich behaupten wird.

Die erste Szene des Buches spielt an einem Waldsee. Ein verträumtes Mädchen badet; ein Ritter, groß und mächtig, erscheint und beobachtet sie gierig. Auweia, das wird ja eine Schnulze!

Aber weit gefehlt. Nachdem ich mich erstmal durch das erste Kapitel gekämpft habe, entfaltet sich ein historischer Roman, wie ich ihn liebe: detailreich, beschreibend, interessante Charaktere und spannende Macken.

Besonders spannend sind die historischen Bezüge des Romans. Lisa McAbbey hat viel Mühe darauf verwendet historisch Besonderheiten aufzuzeigen. Z.B. benutzt sie für die Namen von Orten und Personen sowohl in der Normannensprache (französisch) als auch in der cumbrischen Heimatsprache (hier muss ich raten, es wird ein frühes englisch sein). Fast jedes Kapital verweist auf einen der Feiertage jener Zeit.

Das Buch ist genau das richtige für einen entspannten Sommerabend. Nach den 20-30 holprigen Seiten Anfang, hat mich der Roman gefesselt.

Klappentext:

Im Jahr 1092 erobert der normannische König William Rufus das unter schottischer Herrschaft stehende Cumbria. Er vertreibt den einheimischen Fürsten und setzt seinen getreuen Gefolgsmann Tancreid de Grande-Île, einen harten und vom Schicksal gezeichneten Mann, als Sheriff ein. Sein Auftrag ist es, Cumbria als Bollwerk gegen Schottland zu befestigen und die barbarischen Einwohner zu folgsamen Untertanen zu machen.

Doch es gibt Widerstand: Eine Gruppe Rebellen hat sich geschworen, die verhassten Normannen aus dem Land zu vertreiben. Cwenburh mac Dolfinn, die jüngste Tochter des vertriebenen Fürsten, schließt sich den Rebellen an und verdingt sich als Schreiberin des neuen Sheriffs, um auf diese Weise an vertrauliche Informationen zu gelangen. Obwohl sich Tancreid und Cwenburh als Feinde gegenüberstehen, besteht zwischen ihnen eine große Anziehungskraft, die sie bald nicht mehr leugnen können. Doch keiner ist bereit, seine Ideale zu opfern und jeder kämpft für seine Seite …

Titel: Die Eroberung des Normannen

Autorin: Lisa McAbbey

Originaltitel, 391 Seiten

ASIN: B01EIMLKCC

Euro: 7,49

Erscheinungsdatum: Juni 2016

http://lisa-mcabbey.com/

Post Author: Michael Taube