Der Turm der Ketzerin: Lieben und Glauben in zwei Religionen |

Der Turm der Ketzerin: Lieben und Glauben in zwei Religionen

Veröffentlicht von Michael Taube am

Im Roman von Deana Zinßmeister gibt es drei Handlungsstränge. Zum einen wird von Pierre und seiner Liebe Florence erzählt. Pierre wurde als Protestant, in Frankreich hießen sie Hugenotten, getauft, aber im Katholizismus erzogen. Er verliebt sich in Florence, einer Hugenottin, in der Hugenottenstadt LaRochelle und will dort seinen Taufglauben praktizieren.

Zum anderen ist da Magali, Pierres Schwester. Sie hält an ihrem Glauben fest und ist mit einem Katholiken verheiratet.

Nachdem, und dies ist der dritte Handlungsstrang, die Bewohner des katholischen Dorfes Vernou-sur-Brenne feststellen, dass der Vater der beiden Hugenotte ist, wird er aus dem Dorf vertrieben. Er muss mit Magali und seinem Schwiegersohn flüchten.

Schlussendlich gibt es noch den Nebencharakter Constance, die im Turm der Ketzerin in Aigues-Mortes einsitzen wird und dort bei ihrer Befreiung auf Pierre, ihren Bruder, trifft.

Ihr seht, der Roman ist verzwickt, aber beim Lesen sind die Handlungen durchsichtig und gut erzählt. Wenn es nichts anderes geben würde, würde ich das Buch als spannend und gut empfinden und dann ablegen.

Jetzt kommt aber der Teil, der den Roman zu einem höchst interessanten und verwirrenden Buch macht. Frau Zinßmeister beschreibt das Leben der Hugenotten: ihre alltäglichen Arbeiten, ihre Glaubensausführungen, aber auch Grundsätzliches. Und dies ist doch als Mensch unserer Zeit sonderbar. Wie die Hugenotten von einst so spaß-frei durch die Welt gehen konnten, werde ich bestimmt nie verstehen können. Aber genau diesen Teil der Erzählung fand ich besonders schätzenswert.

Darüber hinaus kann uns die Autorin zeigen, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Das Werk enthält eine Literaturliste sowie einen Anhang indem die Autorin auf die historischen Hintergründe Bezug nimmt. So stelle ich mir den Umgang mit der Geschichte vor.

Mein Fazit: „Der Turm der Ketzerin“ von Deana Zinßmeister ist ein vortrefflicher Roman zum Thema Glauben,  Glaubensauslegung, Liebe und dem täglichen Miteinander untereinander. Für mich ist der Roman ein klares „Hurra“.

 

Über die Autorin:

Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt1515, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.

Aus dem Klappentext:

Frankreich 1588. Der junge Pierre wuchs im katholischen Glauben auf, bis er erfahren musste, dass er als Hugenotte geboren wurde. Aufgrund der verheerenden Glaubenskriege im Land war sein Vater jahrelang gezwungen, ihre Religion zu verheimlichen. Während seine Schwester Magali dem Katholizismus treu bleibt, möchte Pierre nun zu seiner ursprünglichen Konfession zurückkehren. In La Rochelle verliebt er sich in die Hugenottin Florence. Doch die strengen Sitten- und Lebensvorstellungen ihrer Familie stehen ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg. Und dann wird der neue Glaube auch noch zur Gefahr für die beiden Liebenden …

 

Autorin: Deana Zinßmeister

Umfang: 464 Seiten

Erscheinungsdatum: 15.01.2018

Erschienen im: Goldmann Verlag

Preis: 10,00 €

ISBN: 978-3-442-48410-2