Das Licht der Welt: Der 2. Teil der Fleury Saga

Über 1.000 Seiten Buch, über 80 Charaktere, über 30 Jahre Familiengeschichte begleiteten mich die letzten zwei Wochen. Das Buch „Das Licht der Welt“ von Daniel Wolf erschien bereits 2014 hat aber an seiner „Aktualität“ bis heute nichts verloren. Wen wundert es, spielt es doch im 13. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt dieses mächtigen Werkes stehen drei Menschen, drei Schicksale und eine Stadt.  Schauplatz ist die fiktive Stadt Varennes-Saint-Jacques, die irgendwo in Lothringen unweit von Metz angesiedelt ist. Michel Fleury, Bürgermeister von Varennes, will seine Heimat zu Frieden und Wohlstand führen, während in Lothringen Krieg herrscht. Sein Sohn, der Buchmaler Rémy Fleury träumt von einer Schule auch für das einfache Volk, in der Jeder lesen und schreiben lernen kann. Die Patrizierin Philippine ist durch ihre Vergangenheit gefangen und trifft folgenschwere Entscheidungen.

Alle drei Menschen sind in dem Wunsch vereint, eine bessere Zukunft für sich und ihre Umwelt zu gestalten. Doch alles haben Feinde, die nichts unversucht lassen, sie aufzuhalten. Vor allem der Ratsherr von Varennes-Saint-Jacques Anseau Lefèvre hat geschworen, die Familie Fleury zu vernichten. Niemand ahnt, dass Lefèvre selbst ein grausiges Geheimnis hegt, welches ihm zum Verhängnis werden könnte.

Der Schriftsteller Daniel Wolf heißt eigentlich Christoph Lode und wurde 1977 geboren und arbeitete u.a. als Musiklehrer, in einer Chemiefabrik und in der Psychiatrischen Klinik bei Heidelberg, ehe er freier Schriftsteller wurde. Seine Begeisterung für Sagen, Ruinen und Ritterrüstungen und seine Leidenschaft für das Mittelalter ließen ihn schließlich Autor von Historischen Romanen werden. Heute lebt er mit seiner Frau und 2 Katzen in Speyer.

Das Buch ist das 2. Werk der Fleury Familiengeschichte. Was ich beim Lesen gar nicht gemerkt habe. Der Autor führt uns in die Geschichte so ein, dass wir alle notwendigen Informationen erhalten, um die dicke Schwarte gut verfolgen zu können.

Die Haupt-Charaktere sind tief genug ausgestaltet, damit ich mir ein Bild von ihnen zeichnen kann. Klar ist auch, dass dabei nicht alle Figuren detailliert dargestellt werden können.

Allerdings sind manchmal die Handlungsstränge zu leicht vorhersehbar. Es muss scheinbar immer einen Darsteller geben, der sadistisch ist (Gott sei Dank hier nicht der Henker mit Erguss). Es gibt immer eine Liebegeschichte und natürlich irgendwas Mystisches.

Ich kann dem Autor  anmerken, wie viel Interesse er dem Mittelalter entgegenbringt und wie viel Freude es ihm bereitet, Geschichten zu erzählen, die zu dieser Zeit gespielt haben könnten.

Vor allem das Schicksal der drei Hauptpersonen, ihr Schwanken zwischen „Höllenfurcht“ und „Bildungshunger“, zwischen alten Vorstellungen und neuen Plänen und Hoffnungen, schildert Daniel Wolf alias Christoph Lode in „Das Licht der Welt“ so eindrücklich, dass das Lesen seines Romans ein packendes, abend-, morgen- und nacht-füllenden Vergnügen war.

Für mich ist es ein grandioser Mittelalterroman, den ich sehr empfehlen kann.

 

Titel: Das Licht der Welt

Autor: Daniel Wolf

Umfang: 1152 Seiten

Erscheinungsdatum: 8. Dezember 2014

Erschienen im: Goldmann Verlag

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3-442-48050-0

Post Author: Michael Taube