Das Blut der Pikten: Frühmittelalterlicher Fantasy Roman

Das Blut der Pikten: Frühmittelalterlicher Fantasy Roman

Die Pikten, unterschiedliche Stämme aus Schottland, sind seit 100 Jahren nicht mehr existent. Sie haben in der Mitte des 8. Jahrhunderts mit den Skoten ein gemeinsames Reich gebildet. Während dieser Zeit war eine kleine Gruppe Pikten ausgewandert und in Grönland gelandet.

937 nach unserer Zeitrechnung beginnt der Roman Das Blut der Pikten und erzählt das Schicksal einer Gruppe mutiger Männer und Frauen, die die Orte ihrer Ahnen wieder aufsuchen wollen, um dem harten Klima Grönlands zu entkommen.

Das Blut der Pikten von Matthias Bauer

Da ich nicht viel über die Pikten wusste, stürzte ich mich in das Buch.

Der Erzählstil von Bauer-Zach gehört zum Besten des Jahres 2016. Klare Sprache, detaillierte Beschreibungen von Szenerien und Emotionen machen das Lesen des Romans kurzweilig und

interessant. Es gibt viele Charaktere, die unterschiedlich stark beschrieben sind. Die Handlungsweisen waren für mich immer nachvollziehbar und begründet.

Was mir gar nicht gefallen hat, sind die vielen losen Handlungsstränge, die am Ende des Romans offen blieben. Sei es die Frage, ob die Abenteurergruppe ihr Glück findet in der neuen Heimat, warum eigentlich der Bach versiegt ist im Heimatort auf Grönland oder ob der Dorfchef in seiner Verbannung überlebt, werden nicht beantwortet. Selbst wenn ein Folgeroman geplant wäre, ist das sehr unbefriedigend für mich.

In der E-Book Ausgabe fehlt im Gegensatz zum gebundenen Werk eine Schottlandkarte. Das Glossar hat seinen Namen nicht verdient. Damit ist für die Verfolgung der Geschichte wieder mal Google notwendig. Schade!

Und wie sieht es mit der historischen Genauigkeit aus? Es ist ein Fantasy Roman, kein historischer Roman. Aber diesen Anspruch stellen die Autoren selber scheinbar nicht.

Mein Fazit: Der im August 2016 erschienene Roman Das Blut der Pikten hat mein Herz knapp verfehlt. Brillant beschrieben, aber nicht völlig durchdacht, hat dieses Werk mir ein einige spannende Lesestunden bereitet.  Vielleicht hätte dem Werk an der einen oder anderen Stelle etwas Straffheit gut getan, aber die 560 Seiten finde ich sinnvoll gefüllt.

Auch wenn der Roman einige Schwächen hat, empfehle ich ihn trotzdem.

Über die Autoren:

Bastian Zach wurde 1973 in Leoben geboren. Er arbeitete für verschiedene Werbe- & Multimedia-Agenturen und ist seit 1999 in Wien selbstständig. Matthias Bauer wurde 1973 in Lienz geboren, arbeitete nach dem Studium der Geschichte im Verlagsbereich und ist in der Tiroler Erwachsenenbildung tätig. Zusammen schreiben sie als Zach/Bauer Romane (unter anderem die Bestsellertrilogie „Morbus Dei“) und Drehbücher, zuletzt zum Wikinger-Hit „Northmen – A Viking Saga“.

Aus dem Klappentext:

Grönland, 937 A. D.: Das Volk der Pikten ist nahezu ausgelöscht worden. Die wenigen Überlebenden hat es nach Grönland verschlagen, wo sie unter härtesten Naturbedingungen ihr Dasein fristen. Als die Gemeinschaft eines Tages von Nordmännern angegriffen wird, begibt sich eine Schar kampferprobter Pikten unter dem Krieger Kineth auf die große Queste ins Reich ihrer Vorfahren, um eine alte Prophezeiung zu erfüllen. Auf ihrer gefahrvollen Reise geraten die Unerschrockenen zwischen britannische Heeresführer und marodierende Wikinger …

 

Autoren: Mathias Bauer und Bastian Zach

Umfang: 560 Seiten

Erscheinungsdatum: 08.08.2016

Erschienen im: Heyne Verlag

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3-453-41939-1

Post Author: Michael Taube