Album der Woche: The Deconstruction von Eels

Mark Oliver Everett möchte etwas verändern. Ob sich selbst, die Welt oder das eine als Folgeschluss des anderen, in einem unverkennbar selbstgeschriebenen Promo-Text deklariert er “Change” zum großen Leitmotiv seines mittlerweile zwölften Studioalbums “The deconstruction”. Es ist die Rede davon, wie man in einer immer mehr vor die Hunde gehenden Welt noch immer Schönheit finden kann, wie auch die größten Veränderungen immer erst im eigenen Vorgarten anfangen oder wie wir alle mal schlechte Zeiten haben, die uns aber nicht von einem freundlichen und hilfsbereiten Umgang mit unseren Mitmenschen abhalten sollten. Würde man Everett nicht besser kennen, man könnte das alles als die abgedroschensten Plattitüden aus dem billigsten aller billigen Selbsthilfe-Ratgeber abtun, doch gibt es nur wenige Künstler, die mit von Krebs und Suizid geprägten Trauerbewältigungs-Alben wie “Electro shock blues” einen so blanken Seelen-Striptease vollzogen haben wie der bärtige Kalifornier. Wenn jemand mit seiner Lebenserfahrung und Leidensgeschichte nicht glaubhaft vermitteln kann, dass man, egal, wie scheiße es gerade läuft, noch immer die Möglichkeit hat, etwas zu verbessern, wer dann?

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