Die Dufthändlerin von Jutta Oltmanns

Es hat schon wieder funktioniert. Ein wunderschönes Buchcover verführt mich zum Lesen. Zu sehen ist ein junges „Fräulein“ mit gelocktem blonden Haar, in seidigem Kleidung gehüllt. Der Blick im Hintergrund fällt auf Boote in einem Fluss oder Meer. Dazu die Unterzeile „Historischer Roman“ und es kann losgehen.

Die Buchbeschreibung verspricht dazu eine interessante Geschichte zwischen Deutschland und Russland um 1.700 nach unserer Zeitrechnung. Allerdings beschreibt der Klappentext nicht genau, was im Roman passieren wird, was ich sehr schade finde.

Der Roman Die Dufthändlerin kann mit Worten den Duft in meine Vorstellungen projizieren.

Es werden von den Erlebnissen der Josefine,  Tochter eines Apothekers, erzählt, die von Kindesbeinen an die schönsten Düfte zusammenzaubern kann. Es verschlägt sie erst nach Amsterdam und dann nach Russland. Sie triff ehrenwerte wie unehrenhafte Menschen, verliebt sich, wird geliebt und steht allzu häufig im Mittelpunkt des Interesses. Der Erzählstil von Jutta Oltmanns ist klasse: lebhaft, bunt und genau.

Und natürlich habe ich wieder etwas geschichtliche Recherche betrieben. Was die Autorin zu erzählen hat, hält meinen Ansprüchen Stand gehalten.

Am Ende des kurzweiligen Romans hatte ich dann doch das Gefühl, die Geschichte musste unbedingt ein Happyend bekommen. Die letzten Kapitel sind nur dafür geschrieben. Aber was soll es, das Leben ist so hart genug, soll die Geschichte doch für alle gut ausgehen.

Jutta Oltmanns Roman „Die Dufthändlerin“ ist ein buntes, spannendes Bild des Beginns des 18. Jahrhunderts. Ich habe mit den Abenteuern von Josefine mitgefiebert und eine schöne (Lese-)Zeit gehabt.

 

Mein Fazit: Wer auf gut geschriebene historische Romane steht, wird hier nicht enttäuscht.

 

Über die Autorin:

Jutta Oltmanns wurde im November 1964 geboren und wuchs in Ostfriesland auf. Das Teetrinken wurde für sie genauso zur Selbstverständlichkeit, wie ihre erste Muttersprache, das ostfriesische Platt.

Für Jutta Oltmanns gab und gibt es nichts Schöneres als Welten, die zwischen Buchdeckeln verborgen liegen. Aus der Leidenschaft für das Lesen und der Faszination für die ostfriesische Geschichte entstand der Wunsch, selbst schriftstellerisch tätig zu werden.

Sieben historische Romane hat die Autorin in den letzten fünfzehn Jahren veröffentlicht, dazu eine Vielzahl von Kurzgeschichten, Lyrik und Liedertexten. Eine besondere Faszination hat für Jutta Oltmanns das Schreiben auf „Platt“, ihrer Muttersprache.

Mit ihrem Mann Roland Dubberke verbindet sie die Liebe zur Musik. Davon profitieren die Lesungen der Autorin, die von Sopran und Tenor in perfekter Harmonie musikalisch umrahmt werden.

Jutta Oltmanns lebt heute in der Nähe eine idyllischen Kanals in Warsingsfehn/Ostfriesland. Sie hat zwei Söhne und arbeitet hauptberuflich bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich.

Aus dem Klappentext:

Leer um 1700: Die junge Josefine wächst in der Apotheke ihres Vaters zwischen Schmelztiegeln, Mörsern und wunderlichen Rezepturen auf und ist eine Meisterin in der Kunst des Duftmischens. Eines Tages erhält sie von Zar Peter dem Großen eine Einladung nach St. Petersburg. Josefine soll der schwermütigen Zarin mit einem magischen Duft zu neuem Lebensmut verhelfen. Doch am Zarenhof gerät sie in eine Intrige, die sie in höchste Gefahr bringt.

 

Autorin: Jutta Oltmanns

Umfang: 512 Seiten

Erscheinungsdatum: 12. September 2016

Erschienen im: Heyne Verlag

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3453471320

Post Author: Michael Taube